|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
|
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
Viele hundert Jahre zogen die Kamelkarawanen dieser legendären Wüstennomaden über die endlosen Handelswege quer durch die Sahara und die angrenzenden Savannen der Sahelzone. Das heutige Siedlungsgebiet der Tuareg erstreckt sich im Nordwesten Afrikas über fünf Staaten, auf einer Fläche so groß wie Mitteleuropa.

Das Siedlungsgebiet der Tuareg in dem TAMAT arbeitet, liegt etwa zwischen dem Fluss Niger sowie Malis Ostgrenze zum Nachbarstaat Niger und grenzt im Norden an Algerien, im schwer zugänglichen Hochland Adrar des Iforas. Das Einsatzgebiet von TAMAT umfasst knapp die Fläche von Deutschland. |
 |
 |
Einen guten Überblick über Etymologie, Geschichte, Kultur und Religion der Tuareg bietet der Wikipedia-Auftritt im Internet. Wir zitieren hier auszugsweise und bitten alle Interessierten dort weiter nachzulesen.
"Die Tuareg oder Imouher stammen von den Berbern ab. Sie sollen Nachkommen der Garamanten sein, die im 7. Jahrhundert von den Muslimen aus dem Fessan vertrieben wurden. Zunächst breiteten sie sich in der zentralen Sahara aus, wobei sie das Wüstenvolk der Tubbu in das Tibestigebirge abdrängten. Nach dem Untergang des Songhaireichs im 16. Jahrhundert drangen die Tuareg zunehmend auch in die Sahelzone ein und errangen in der Folgezeit unter anderem die Kontrolle über Timbuktu und das Sultanat Aïr. Die Tuareg mussten immer wieder um das Recht kämpfen, als freies Volk anerkannt zu werden und nach ihrer alten Tradition leben zu dürfen..." |
 |
 |
| Die heutige Lebenssituation der Tuareg ist längst fern der Romantik legendärer Salzkarawanen. Viele dieser einst stolzen "Ritter der Wüste" kämpfen als verarmte Nomaden schlicht um ihr Überleben. Die Gesellschaft für bedrohte Völker befürchtet gar, die Tuareg seien mit ihrer einzigartigen und Jahrhunderte alten Kultur schon in wenigen Jahren vom Aussterben bedroht. |
 |
 |
| Heute leben etwa drei Millionen Tuareg in der südlichen Sahara und der angrenzenden Sahelzone, die meisten von ihnen in Niger und Mali. Diese von großen Wüstengebieten geprägten Länder zählen zu den ärmsten Nationen der Welt. Auf dem jährlich erstellten "UNO-Index der menschlichen Entwicklung" belegt Mali Platz 160 von 169, und die Bevölkerung zählt über 80% Analphabeten. Jedes fünfte Kind stirbt vor seinem fünften Geburtstag, die Lebenserwartung liegt bei 49 Jahren. Der humanitäre Aspekt für notwendige Hilfe ist offensichtlich. |
 |
 |
| Doch TAMAT versteht seine Hilfe auch als Verpflichtung gegenüber einem Kulturvolk, das uns tiefen Einblick in die jüngere Entwicklungsgeschichte der Menschheit gewährt und uns über Jahrhunderte vorlebte, unter schwierigsten Bedingungen zu überleben. Die Tuareg sind ein stolzes Nomadenvolk mit einer reichen Tradition und Kultur. Sie sind gewohnt, auch unter größten Entbehrungen in Freiheit zu leben. Armut, Leid und Not lassen sie sich nicht anmerken. |
 |
 |
Wer nun im Stillen denkt, sind die Tuareg wirklich unser Problem, der sollte ein drittes Argument mitnehmen. Scheint der Bogen zwischen den Tuareg und unserer persönlichen Betroffenheit zwar weit gespannt, ist er dennoch realistisch. Das dritte und nicht zu unterschätzende Argument, erklärt die Notwendigkeit der Hilfe von TAMAT: Es betrifft die Sicherheit, den Schutz vor Terroristen – bis vor unserer eigenen Haustüre hier in Europa.
Von den gegenwärtig 54 Staaten Afrikas gelten nur acht als völlig freiheitlich und demokratisch regiert. Mali ist einer davon, gemäß Klassifizierung des US-Forschungsinstituts "Freedom House". Und dennoch: Seit Jahrzehnten bedrohen einschneidende Veränderungen sowohl den Lebensraum wie die Existenz der Tuareg. Ihre traditionellen Handelsrouten sind durch staatliche Grenzen zerschnitten und die angestammten Weidegründe sind nicht mehr ausreichend ertragreich, um in Zukunft allen Tuareg die Viehhaltung zu ermöglichen. Gerade deshalb benötigen die Tuareg in Mali verstärkte Unterstützung, um neue Arbeitsplätze außerhalb der Viehzucht zu erschließen, denn wachsende Armut kann zu Kriminalität führen oder Terrorismus begründen.
Deshalb benötigen die Tuareg dringend ein besseres wie verstärktes Berufs- und Bildungsangebot und entsprechende Arbeitsplätze. Auch die wachsende Tendenz der Wüstennomaden zur Sesshaftigkeit bedarf begleitender Hilfe. – Die Vernachlässigung der Tuareg könnte lokales, nationales und eventuell auch internationales Konfliktpotential vergrößern.
Drei wichtige Argumente für die Hilfe des TAMAT e.V. in Stichworten:
1. Humanitär handeln
2. Ein großes Kulturerbe bewahren
3. Konflikte eindämmen und abbauen |
|
|
 |
 |
 |
 |
|
|