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Liebe Freunde der Tuareg !
Als sie im Jahr 2004 den TAMAT e.V. gründen, sind sich die damaligen Mitglieder über eines im Klaren: Es bedarf der Überzeugung und Entschlossenheit helfen zu wollen, doch es erfordert ebenso Geduld und Ausdauer, um in Afrika Erfolge zu erkennen oder gar in europäischen Kategorien zu messen. Die Faktoren "Zeit" und "Erfolg" unterliegen bei den Tuareg in Nord- und Westafrika anderen als europäischen Maßstäben. Deshalb ist der TAMAT e.V. in seiner Strategie auch die "etwas andere Hilfsorganisation".
Der TAMAT e.V. leistet in Mali Hilfe für die Menschen im Siedlungsgebiet der Tuareg, und dort sind die Herausforderungen durch erschwerte Umstände größer geworden. Dazu haben sowohl Mensch wie Natur beigetragen. Die Tuareg-Nomaden in Niger und in Mali führen nach wie vor einen verzweifelten Wettlauf gegen die Zeit; vielen von ihnen droht der letzte Karawanenzug – der in die Sesshaftigkeit. Die Weidegründe reichen nicht mehr aus, um allen Tuareg ein Nomadenleben als Viehzüchter zu ermöglichen und im Jahr 2010 durchlebten sie eine ausgeprägte Dürre wie seit Jahren nicht mehr. TAMAT e.V. bemühte sich nicht nur mit seiner Nothilfe, son- dern es bewährte sich bereits im ersten Jahr ihres Bestehens die neu eingerichtete Getreidebank.
Zugleich ist die Sicherheitslage unverändert angespannt, die Bedrohung durch kriminelle Banden und Al Qaida-Terroristen verschärft sich im September 2010 nochmals durch die Verschleppung von sieben Ausländern. In Konsequenz stellen viele internationale Hilfsorganisationen ihre Aktivitäten im Siedlungsgebiet der Tuareg ein. Leidtragend ist wie immer die Bevölkerung. Doch die Vernachlässigung der Tuareg könnte lokales, nationales und eventuell internationales Konfliktpotential noch vergrößern. TAMAT e.V. hat deshalb, trotz widrigster Umstände, seine Hilfsaktivitäten verstärkt. Auf eine persönliche Kontrolle unserer Maßnahmen vor Ort mussten wir verzichten, doch unser Verein ersetzt externe Kontrolle sowohl durch Vertrauen wie durch langjährige, enge Partnerschaft mit den verantwortlichen Tuareg.
Der TAMAT e.V. leistet keine Entwicklungshilfe im klassischen Sinn. Vielmehr entwickeln wir auch die notwendigen Hilfsprojekte nur gemeinsam mit den Tuareg, die uns ihre Sorgen, ihre Nöte und ihren Bedarf mitteilen. Gemeinsam prüfen wir dann die zu realisierenden Maßnahmen. Im besten Sinne der "Hilfe zur Selbsthilfe" setzen die Tuareg dann diese Projekte weitgehend selbständig um – mit unserer finanziellen Unterstützung.
Die Hilfe des TAMAT e.V. konzentriert sich zunehmend auf mittel- und langfristige Investitionen an wenigen Standorten, wie zum Beispiel in der Landgemeinde Anderamboukane im Nordosten Malis. Diese Strategie ermöglicht eine intensivere Koordination und höhere Nachhaltigkeit aller Projekte, die zeitlich abgestimmt und auf lokale Bedürfnisse angepasst ineinander greifen.
So bedanken wir uns auch in diesem Jahr ganz herzlich für Ihr Vertrauen, Ihre Treue und Unterstützung. Bitte bleiben Sie neugierig und lesen Sie weiter, um mehr über die Hintergründe unserer Tuareg-Hilfe zu erfahren und warum diese vermeintlich fernen Probleme bereits vor unserer Haustür angekommen sind.
Bitte nehmen Sie unseren Spendenaufruf ernst, unterstützen Sie uns weiterhin und damit die Tuareg. Denn ohne Ihre Hilfe können wir nicht helfen.
Ihr
Prof. Dr. Georg Klute
Ethnologe, Universität Bayreuth Vorstandsvorsitzender des TAMAT e.V. |
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