Prinzipien

Seriöse Planung im Sinne von „think global, act local“ erfährt höchste Priorität. TAMAT bemüht sich, die langfristige Bedeutung eines jeden einzelnen Hilfsprojekts vor Ort einem globalen Umfeld und Kontext zuzuordnen – und zugleich auf kürzes-tem Wege unbürokratisch und rasch über Hilfe vor Ort zu entscheiden, mitten in der Wüste, mitten in der Sahelzone. Einige Beispiele für diesen Gedankengang, der auch für unser neues Engagement in Malis Nachbarstaat Niger gilt:

  • Um die Menschen im Tuareg-Siedlungsgebiet vor Armut und kriminellem Einfluss zu schützen, hat ein mittel- und langfristiges Bildungsprogramm für Kinder und Jugendliche höchste Priorität (siehe „Schulpatenschaften“). Unsere Bemühungen werden seit 2012 durch ein intensiviertes Programm zur beruflichen Aus- und Fortbildung in Niger verstärkt.
  • Eine erfolgreiche Ausbildung setzt jedoch gesunde Menschen voraus, die nicht nur medizinische Hilfe erfahren, sondern sich auch mit ausreichend Wasser und Nahrung für Mensch und Tier versorgen können.
  • Der mittel- bis langfristige Wandel der Lebensumstände und der Ausweg in eine bedingte Sesshaftigkeit erfordern entsprechende, fortführende Begleitung durch TAMAT. Zum Beispiel durch die Gewährung von Kleinkrediten für Händler und Handwerker, sowie den Aufbau eines zeitgemäßen Kommunikationsnetzes.
  • Die Stärkung ihrer Selbstbehauptung stärkt auch die Überlebensfähigkeit der Menschen im Sahel.
  • TAMAT will nicht nur Hilfsprojekte vor Missbrauch schützen, sondern auch unter erschwerten Bedingungen weiterhin vor Ort jegliche nötige Unterstützung gewähren.
  • Der TAMAT e.V. erfindet die Entwicklungshilfe nicht neu, aber setzt sie anders um – effizient und auf persönlichem Vertrauen basierend.

Der Verein bemüht sich

  1. Die Verwaltungskosten in Deutschland unter 15% der Projektbudgets zu halten
  2. Jegliche teure Selbstfinanzierung der Projekte zu vermeiden

Kostenvergleich beim Bau eines Brunnens im Tuaregland, im Nordosten Malis: Ein internationales Unternehmen für Entwicklungszusammenarbeit benötigt dort für einen Meter Bohrung um- gerechnet 1.000,– €, also 1.000,– € pro Meter Tiefe. In dieser Gegend ist mit etwa 20 bis 38 Meter Tiefe zu rechnen. In diesen Kosten sind enthalten: Ausländische und deutsche Berater, ein Bürostab vor Ort im Land, ein Fuhrpark und entsprechend gespiegelt die Verwaltungskosten (Overheadkosten) im europäischen Hauptquartier.

TAMAT e.V. hat in der gleichen Region (Amezérakad) mit einem qualifizierten und einheimischen Wasserbauingenieur diese Leistung für nur umgerechnet 530,– € erbracht, also für rund die Hälfte! Der teure Einsatz von Expatriates und Folgekosten vor Ort entfällt.

Den Grundsatz der Nachhaltigkeit verfolgt der TAMAT e.V. konsequent durch

  1. Keinen Import von Projektideen
  2. Einbindung der Projekte in die lokale Kultur und Infrastruktur
  3. Nutzung lokalen Wissens und Berücksichtigung lokaler Mentalitäten
  4. Nachhaltige Nutzung überbeanspruchter natürlicher Ressourcen, wie Wasser und Weideland
  5. Lokale Wertschöpfung (Einsatz lokaler Handwerker und Materialien)
  6. Erschließung neuer Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten
  7. Degressive Subvention mit dem Ziel der Existenzgründung / Selbständigkeit
  8. Förderung von Vorbildern, die als lokale Multiplikatoren wirken
  9. Langfristiges Engagement auf Vertrauen gegründet
  10. Maßnahmen zur Friedensförderung und zu Friedenserhalt

Ausgabenspiegel 2015
Langfristige Investitionen in infrastrukturelle Maßnahmen im Bereich Bildung sowie direkte Maßnahmen zur beruflichen Aus- und Fortbildung stehen im Vordergrund.

  1. Finanzierung von beruflichen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen: 59% der Ausgaben
  2. Bau von Schulgebäudensowie deren Wartung und Reparatur: 24% der Ausgaben
  3. Trinkwasser-Aufbereitungssystem an den Schulen: 17% der Ausgaben
Renovierung und teilweise Bau von 12 Landschulen in der Gemeinde Tchighozérine, im Norden von Niger unter Einsatz lokaler Fach- und Arbeitskräfte, sowie Materialien.
Renovierung und teilweise Bau von 12 Landschulen in der Gemeinde Tchighozérine, im Norden von Niger unter Einsatz lokaler Fach- und Arbeitskräfte, sowie Materialien.

Berufliche Aus- und Fortbildung in Niger:
25 Jugendliche absolvieren eine zweijährige, praktische Ausbildung im Berufsbildungszentrum Tchighozérine (CFDC), nordwestlich von Agadez. Auf dem Programm steht zum Beispiel die Ausbildung zum Reparateur von Kleinmotoren, zum Maurer, Schweißer oder zur Schneiderin. – Die Entlohnung pro Monat ist bewusst gering gehalten und mit einem Bonussystem gekoppelt. Erfolgreichen Auszubildenden, die den Sprung vom ersten in das zweite Ausbildungsjahr schaffen, steht – als Ansporn – nach 12 Monaten eine Prämie in Aussicht.

Fünf Studenten aus Mali haben am Institut IPSP in Niamey im Herbst 2014 ihre dreijährige Ausbildung zu Medizin-Fachkräfte erfolgreich beendet und arbeiten nun im Kreiskrankenhaus in Menaka/ Mali, woe sie dringend benötigt werden. TAMAT baut dieses Projekt aus und hat bereits neue und geeignete Auszubildende in Mali rekrutiert und bittet für die Finanzierung weiterbildender Maßnahmen um die Übernahme von Patenschaften.


Berufliche Aus- und Fortbildung/ Existenzgründung in Mali:
Zum Beispiel der Handwerker Francois Damien in Gao/Mali. Francois hat in den vergangenen Jahren eine durch TAMAT finanzierte Ausbildung im Bau von EMAS-Pumpen durchlaufen, die für den kostengünstigen und einfach zu handhabenden Einsatz in Dritte Welt Ländern besonders geeignet sind. Francois hat die erlernten Techniken verfeinert und an lokale Gegebenheiten adaptiert. Seine Werkstatt ist inzwischen Ausbildungsstätte. – Der Handwerker ist erfolgreich selbständig, versorgt ganze Gemeinden mit lokal geeigneter Wassertechnik und erfüllt den erwünschten Multiplikatoreffekt der mittelfristigen Bildungs- Investitionen von TAMAT e.V. – Der Verein subventioniert ihn zusehends degressiv, in 2014 mit nur noch 50%-iger Finanzierung zur Unterstützung seiner Ausbildungsprogramme vor Ort. – Junge Handwerker eifern ihm nach und stehen kurz vor der Existenzgründung, wobei TAMAT flankierend zur Seite stehen kann.